👁 Warum unsere Bilder so aussehen. Kleidung folgt dem Kodex von Rav Evers wörtlich: tsanua und zurückhaltend; verheiratete Frauen mit vollständiger Haarbedeckung, Männer und Jungen mit Kopfbedeckung, Ärmel weit über die Ellbogen, Röcke weit übers Knie. Gesichter: ja (Entscheidung Rav Evers) — Kinder lesen Gefühle aus Gesichtern — aber nie im Moment fremden Leids. Niemand ertrinkt im Bild: Die Flut erscheint als Regen, Wasser und Arche. Nimrod kommt nicht ins Bild: Band 3 zeigt seinen leeren Thronturm — sechs Throne übereinander; die Hybris wird am Objekt erzählt, nicht an einer Figur, die Kinder faszinieren könnte. Die Tiere stimmen mit dem Text überein: unkoschere paarweise, koschere in größerer Zahl — sein Text sagt „zwei" und „vierzehn". Und der Regenbogen: Die Tradition kennt die Zurückhaltung, ihn lange anzustarren (Chagiga 16a) — zeigen wir ihn voll oder bewusst halb hinter Wolken? Diese Frage liegt bei Rav Evers.
Fun Facts für den Tisch. Ein Jahr in der Tewa: Aus den Datumsangaben der Parascha ergibt sich exakt ein Sonnenjahr (Rasji zu 8,14). Tewa heißt im späteren Hebräisch auch „Wort" — der Baal Schem Tow las „geh in die Tewa" darum auch als: Geh in das Wort deines Gebets hinein (chassidische Deutung, als solche gekennzeichnet). Das Olivenblatt der Taube wurde zum Friedenszeichen der ganzen Welt — es stammt aus dieser Parascha. Newton zeigte mit dem Prisma, dass weißes Licht alle Farben enthält; die Beracha über den Regenbogen sprechen wir viel länger — Wissenschaft erklärt das Wie, die Parascha das Wozu. Es gibt heute rund siebentausend Sprachen — und dieses Buch erscheint selbst in fünfen davon; nach unserer Parascha ist die Vielfalt kein Betriebsunfall der Geschichte, sondern eine Antwort auf Größenwahn. Und dass „Bawel" und das niederländische „babbelen" so ähnlich klingen, ist Sprachzufall — aber ein schöner: Die Tora selbst spielt mit dem Wort (balal, „verwirren", 11,9).