🖼 Kunstfenster (zur Freigabe). Die Bilder dieser Parascha laufen durch die ganze Kunstgeschichte — und der Vergleich zeigt: Jede Zeit entscheidet neu, wie sie erzählt. Dura Europos (Synagoge am Euphrat, ca. 244): Wände voller biblischer Szenen — der älteste erhaltene jüdische Bildzyklus; die Frage war nie ob, sondern wie. Huqoq (Galiläa, 5. Jh.): Synagogenmosaik, seit 2012 ausgegraben, mit Arche und Tierpaaren — ein jüdisches Noach-Bild, 1500 Jahre alt. Die Sarajevo-Haggada (Spanien, 14. Jh.) zeigt die Arche in der berühmtesten jüdischen Handschriftkunst. Bruegels „Turmbau zu Babel" (1563): das bekannteste Turmbild überhaupt — Bruegel malte den Turm als römisches Kolosseum seiner Zeit; die kleinere Fassung hängt in Rotterdam (Boijmans Van Beuningen), einen Ausflug wert. Schauauftrag für Ältere: Vergleicht Bruegels Turm mit unserem Kapitelbild — was hat jede Zeit „ihrem" Turm angezogen? Bruegel ein Kolosseum, wir eine Ziggurat. Michelangelo malte Flut und Noach an die Sixtinische Decke — für eine andere Tradition, mit Konventionen, die nicht unsere sind. Gerade daran sieht man: Bilder sind nie neutral, jede Gemeinschaft wählt.